Information Nr. 5: Energie sparen und Schimmel vermeiden!

Schimmel-Ambulanz

Falsches Energiesparen macht krank!


Gesundheitsexperten müssen sich dringend mit dieser Frage beschäftigen, denn Energie- und Baufachleute sowie Politiker haben nicht beachtet, dass der erforderliche Frischluftwechsel in den letzten Jahrzehnten auf bis zu 1/40 (2,5%) reduziert wurde!

Die DIN 4108-2 fordert: „Auf ausreichenden Luftwechsel ist aus Gründen der Hygiene, der Begrenzung der Raumluftfeuchte...“ zu achten.

Nach neuen Normen und Regeln muss bei Neubauten und Sanierungen ei­n dau­er­haf­ter Frisch­luft­wech­sel von mindestens 0,5 pro Stun­de ge­währ­lei­stet sein. Theoretisch müsste man also 12 mal in 24 Stunden lüften, was in der Praxis ganz sicher nicht geht! Da Mietern nach einschlägiger Rechtsprechung nur ein zweimaliges Stoßlüften pro Tag abverlangt werden kann, müssen alle Beteiligten sich um ein Lüftungskonzept bemühen.

In im­mer mehr Woh­nun­gen tre­ten Schim­mel- und Schadstoff­pro­ble­me auf, die zu gesundheitlichen Problemen und rechtlichen Auseinandersetzungen füh­ren.

  • Ein zu geringer Luftwechsel führt zu einer hohen Raumluftfeuchte.
  • Statt an der Einfachverglasung entsteht Kondensfeuchte an anderen „Wärmebrücken“: Außenwände/-ecken, insb. an Kontaktbereichen zu Kellern, Dachböden, Balkonen.
  • Kunststofftapeten, -anstriche und -paneele sowie Laminatböden verringern den notwendigen Feuch­tig­keits­aus­gleich mit Umgebungsflächen.
  • Bei zu ge­rin­gen Lüf­tungs­mög­lich­kei­ten im Bad bei heute üblichem regelmäßigem Duschen verteilt sich sofort die Feuchte in der ganzen Wohnung und wird nicht ausreichend abgebaut. Vor ca. 50 Jahren wurde in den gleichen Häusern 1 Mal die Woche gebadet!

Grund­sätz­lich las­sen die bis­he­ri­gen Er­kenntnisse den Schluss zu, dass un­ter den ge­ge­be­nen bau­li­chen Be­din­gun­gen in Ge­bäu­den au­ßer­halb der Nut­zungs­zei­ten praktisch kein Frisch­luft­wech­sel statt­fin­det und sich Schadstoffemis­sio­nen so durch Kon­ta­mi­na­tio­nen in an­de­ren Ma­te­ria­li­en (Möbeln, Aus­le­ge­wa­re, usw) "auf­schau­keln" und dann zu Se­kun­där­quel­len wer­den. Dann sind auch die häu­fig ge­for­der­ten ein­zel­nen Stoß­lüf­tun­gen wir­kungs­los, weil die Raum­luft­kon­zen­tra­tio­nen schon we­ni­ge Mi­nu­ten nach Ende der Belüftung im Bereich ei­ner zu ho­hen Aus­gleichs­kon­zen­tra­ti­on lie­gen.

Ebenso kann sich die Kondensfeuchte an den Oberflächen von Wärmebrücken nicht mehr abbauen und führt dann zur Nässe im Putz und Wandaufbau in kritischen Bereichen.

Die Folgen: Schimmel wächst häufiger und schneller, belastet die Luft und führt zu Atemwegsproblemen, Kopfschmerzen, Schwindel. Dies gilt leider insbesondere für Kinder!

Achtung: Jeder Schimmelbefall muss konsequent entfernt werden, denn auch von trockenen und abgestorbenen versteckten Mikroorganismen gehen Gesundheitsgefahren aus. Der Einsatz von (oft gefährlichen) Desinfektionsmitteln und das Überstreichen reicht nicht aus. Eine Desinfektion von Restbelastungen auf Oberflächen ist mit 70%-igem Alkohol möglich.

A) Grund­sätz­li­ches:
Empfehlungen
zur Vermeidung von Schim­mel und zur Re­du­zie­rung von Schadstoffen:

  • Wän­de und Decken dür­fen nicht mit Dampf bremsenden Ma­te­ri­a­lien (Kunst­stoffta­pe­ten bzw. -ver­klei­dun­gen, An­stri­chen, usw.) abgesperrt wer­den.
  • Kritische (kalte) Außenwände dürfen nicht mit Paneelen, Gipskarton oder Isoliertapeten verkleidet werden. Man sollte grundsätzlich auf Tapeten und Gipsmaterial (zieht Feuchte und schimmelt) verzichten. Verwenden Sie z.B. nur eine „Innen- Silikatfarbe“.
  • Mö­bel müssen je nach Risiko 5 -20 cm Abstand zu Au­ßen­wän­den haben.
  • Für eine Innendämmung kommt im Ausnahmefall nur eine hohlraumfrei anzubringende Calcium- Silikat- Platte (sogenannte Klimaplatte) in Frage.
  • In der Kü­che muss ein Wra­sen­ab­zug (mit Ab­luft!) und im Bad ein Ab­luft­ven­ti­la­tor mit Nach­lauf­zeit (au­to­ma­tisch ge­schal­tet mit dem Licht!) vorhanden sein.
  • Die Rest­feuch­te bei Neubauten muss über viele Monate ausgetrocknet werden.

Zur Selbst­kon­trol­le soll­ten in Wohn, Schlaf-  und Kin­der­zim­mer digitale Hy­gro­me­ter zur Messung der re­la­ti­ven Luft­feuch­tig­keit eingesetzt werden:

Empfehlungen für Raumlufttemperatur
maximale relative Feuchte
Eß-, Wohn-, Kinderzimmer:
Schlafzimmer:
Küche:
Bad:
20–21°C
16–18°C
20°C
22°C
40–60%
45–65%
50–70%
50–70%

B) Die (theoretisch) optimale Stoßlüftung:
oft - kurz - kräf­tig (nach Bedarf 4 - 8 mal täg­lich) kann kaum jemand einhalten, aber Sie können Ihr Lüftungsverhalten optimieren:

  • Morgens nach dem Aufstehen, im Bad un­mit­tel­bar nach dem Du­schen und Baden in der Kü­che wäh­rend oder nach dem Ko­chen, abends vor dem Schla­fen­ge­hen
  • Wäh­rend der Stoß­lüf­tung ist mög­lichst auf ei­ne „Quer­lüf­tung“ zu ach­ten.
  • Trocknen Sie kei­ne Wä­sche in der Woh­nung.
  • Ver­zichten Sie auf Aqua­ri­um, Zimmerbrun­nen so­wie zu vie­le Blu­men.
  • Er­gän­zend zur Einhaltung der Lüf­tungs­re­geln ist auf die Be­hei­zung zu ach­ten, denn nur in ge­heiz­ten Räu­men setzt der nö­ti­ge „Lüf­tungs­ef­fekt“ ein, d.h. der Ab­trans­port von zu ho­her Feuch­tig­keit. Zeit­lich und örtlich be­grenz­te Temperaturabsenkungen (z.B. von Tag zu Nacht oder von Wohn- zu Schlafzimmer) in­ner­halb ei­ner Woh­nung soll­ten ei­ne Dif­fe­renz von 3 bis 4°C  nicht über­schrei­ten.

C) Ergänzungen:
Da auch ein optimales Heizungs- und Lüftungsverhalten meist nicht reicht, muss häufig mit einfachen technischen Mitteln nachgeholfen werden:

  • Ein­bau von per­fo­rier­ten Dich­tun­gen oder Fensterfalzlüftungen, die ei­nen dau­er­haf­ten und in­ten­si­ve­ren Luftwech­sel bei ge­schlos­se­nen Fen­stern be­wir­ken.
  • Ein­bau ei­nes Fen­ster­fest­stel­lers, um - je nach Au­ßen­tem­pe­ra­tur - ei­ne unterschiedli­che Spaltlüf­tung von wenigen mm durch­zu­füh­ren.  Die­se Lüf­tungs­me­tho­de wird zwar oft  kritisiert, ist aber häu­fig un­verzicht­bar und führt nur zu re­la­tiv ge­ring er­höh­ten Heiz­ko­sten. Da­für wird aber der zwin­gend er­for­der­li­che Luft­aus­tausch er­reicht. Geben Sie lieber 100 Euro für Energie bzw. eine sinnvolle Lüftung als 1000 Euro für den Arzt aus!
  • Zukünftig wird der Einbau von kontrollierten Lüftungsanlagen zwingend erforderlich.

In der Zusammenfassung die drei wichtigsten Tipps, die fast alle Probleme lösen:

- Frische Luft alle 2 Stunden - - statt Tapeten Silikatfarbe - - Abluftventilator in der Dusche -

Das Heizungs- und Lüftungsverhalten muss sich der Wohnung oder dem Haus anpassen!

Haben Sie noch Fragen? Fragen Sie die Schimmel- und Wohngiftambulanz Böge                                                                   

 

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